Presseerklärung
Pressemitteilung vom 29.01.2026
Ja zur Inklusion – Nein zu Terminsetzungen zur Schließung von Förderschulen
„Wir begrüßen die Ankündigung der Bildungsministerin zur Terminverschiebung der Schließung von Förderschulen mit dem Schwerpunkt ‚Lernen‘. Allerdings sehen wir auch das neue Datum kritisch.“, so kommentiert der Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE M-V), Michael Blanck, die durch die Medien bekannt gewordenen Pläne der Ministerin. Mit der Schulgesetznovelle 2019 wurde die inklusive Schule eingeführt. Der VBE M-V hatte bereits in der damaligen Anhörung im Landtag bemängelt, dass erst die Voraussetzungen geschaffen werden müssen und dann der Unterricht in einer inklusiven Schule einsetzen kann. In einer VBE-Umfrage zur Umsetzung der Inklusion aus dem vergangenen Jahr haben zwei Drittel der befragten Lehrkräfte eine Beschulung von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung begrüßt. 80 Prozent sprachen sich gleichzeitig für einen vollständigen oder mehrheitlichen Erhalt der Förderschulen aus. Blanck: „Diese Ergebnisse müssen wir ernst nehmen. Jede Schülerin, jeder Schüler ob mit oder ohne Beeinträchtigung hat Anspruch auf die besten Bildungschancen. Das kann in einer inklusiven Schule aber nur gelingen, wenn alle personellen, räumlichen und sächlichen Voraussetzungen geschaffen sind. Und davon sind wir weit entfernt.“ Aus Sicht des VBE macht es keinen Sinn, immer wieder eine Terminverschiebung vorzunehmen. Bereits bei der Festlegung der Schließung der Förderschulen bis 2030 hatte der VBE das kritisiert. „Dieses ständige Hin und Her schafft keine Planungssicherheit, verunsichert Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte sowie auch Schulträger. Wir sollten die Ärmel hochkrempeln, um die genannten Voraussetzungen zu schaffen, und dann kann man sehen, inwiefern Schulen geschlossen werden können oder müssen. Bei Schulschließungen ist generell zu beachten, dass es genauso wie beim Übergang zum Gymnasium einen Elternwillen gibt. Und
wenn Eltern von Kindern mit Behinderung künftig weiter wünschen, dass ihre Kinder in einem geschützten Raum unterrichtet werden, muss es auch diese Möglichkeiten geben. Eine inklusive Schule kann und muss durch die Ergebnisse Eltern überzeugen, ihre Kinder dort beschulen zu lassen. Das muss das Ziel sein. Und das kann eben nur durch hervorragende Lern- und Lehrbedingungen durch Schaffung der genannten Voraussetzungen erfolgen. Und diese zu schaffen ist Aufgabe der Politik und nicht irgendwelche Festlegungen im Zeichen von Wahlterminen.“ , so der VBE-Landeschef abschließend.