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Presseerklärung des VBE-MV - 31.03.2022

Bis 2035 fehlen bundesweit bis zu 158.000 Lehrkräfte.
In Deutschland existiert ein massiver Lehrkräftemangel. Eine von der Kultusministerkonferenz (KMK) am 14. März 2022 veröffentlichte Modellrechnung weist für Deutschland bis 2035 einen Lehrkräftemangel von 23.800 aus. Eine vom Verband Bildung und Erziehung (VBE) bei Prof. i. R. Dr. Klaus Klemm in Auftrag gegebene und heute veröffentlichte Untersuchung zeigt hingegen, dass, anders als von der KMK angenommen, mit einem eklatant geringeren Angebot an neu ausgebildeten Lehrkräften in den nächsten Jahren gerechnet werden muss, wodurch bis 2035 mindestens 127.000 Lehrerinnen und Lehrer an deutschen Schulen fehlen werden.
Der Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Michael Blanck, kommentiert anlässlich der heutigen Veröffentlichung: „Der Lehrkräftemangel ist das größte Problem im Schulbereich, auch in Mecklenburg-Vorpommern, und stellt eine massive Bedrohung für Bildungsqualität, -gerechtigkeit und die Zukunft unseres Landes dar. Unvorhersehbare Herausforderungen, wie sie aktuell infolge der Auswirkungen der Flüchtlingsbewegung und der Pandemie bestehen, treffen auf zu wenige Lehrerinnen und Lehrerinnen an den Schulen und eine Situation, die sich noch zuspitzen wird. Auf die Schulen prallen derzeit vier Problemfelder bzw. Krisen gleichzeitig ein, ohne dass nur eine davon ansatzweise gelöst ist. Weder die Inklusion noch die Digitalisierung sind wie notwendig umgesetzt. Dazu kommen alle Probleme, die mit der Pandemie und der Flüchtlingssituation aus dem Kriegsgebiet zu tun haben. Und alles das prasselt auf Schulen ein, die weder räumlich, sächlich und schon gar nicht personell darauf eingestellt sind und waren. Ohne die Bereitstellung der erforderlichen personellen Ressourcen werden die genannten und weitere Herausforderungen wie Ganztagsbeschulung oder die individuelle Förderung von Kindern in herausfordernden sozialen Lagen nicht zu lösen sein. Umso fataler und nicht hinnehmbar ist es vor diesem Hintergrund, wenn der immense Handlungsdruck, der hinsichtlich der Gewinnung und Bindung von Lehrerinnen und Lehrern besteht, durch unrealistische und intransparente Berechnungen der Politik verschleiert wird.“

Vor dem Hintergrund der heute vom VBE Bundesverband veröffentlichten Expertise fordert Blanck dazu auf, „sich innerhalb der KMK dafür einzusetzen, dass von allen Bundesländern künftig seriöse, verbindliche und methodisch zwischen den Ländern abgestimmte Standards bei der Erstellung zukünftiger Bedarfs- und Angebotsprognosen zugrunde gelegt werden, um zu realistischen Berechnungen zu gelangen. Noch wichtiger ist es, daraus zügig die notwendigen Maßnahmen zur Beseitigung des Lehrkräftemangels abzuleiten und auch umzusetzen. Die Lehrerinnen und Lehrer arbeiten schon seit langem und aktuell nochmals verstärkt an oder oberhalb ihrer Belastungsgrenze. Um ihre Gesundheit zu erhalten und für die Schülerinnen und Schüler an unseren Schulen eine qualitativ hochwertige Bildung und Erziehung sicherzustellen, muss die Schönrechnerei und das weitere Verschleppen dringend gebotener Taten aufhören!“

Zum Pressedienst des VBE Bundesverbandes, der sämtliche Forderungen des Verbandes anlässlich der dramatischen Ergebnisse darlegt, gelangen Sie hier.

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