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Presseerklärung des VBE-MV - 09.11.2021

Bildungspläne der neuen Koalition bleiben weit hinter den Erwartungen zurück

„Die Erwartungshaltung in den Schulen des Landes war hoch. Die bereits im Vorfeld durchgesickerten Inhalte der Koalitionsgespräche haben schon für erste Ernüchterungen gesorgt. Nach dem Vorstellen des Koalitionsvertrages ist Enttäuschung in den Lehrerzimmern eingekehrt“, so der Landesvorsitzende des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), Michael Blanck, als erstes Resümee.

Blanck: „Es besteht die große Gefahr, dass sich 2026 nach fünf Jahren rot-roter Bildungspolitik ein altbekannter Spruch bewahrheitet:
Als Tiger gesprungen und als Bettvorleger gelandet.“ Der VBE macht dies vor allem an den Auftritten der Fraktionsvorsitzenden der Partei „DIE LINKE“, Simone Oldenburg, im Landtag der letzten Jahre fest. Viele Forderungen, die sie als Fraktionsvorsitzende aufgestellt hatte, waren nicht weit von den Forderungen des VBE entfernt. Nur leider findet sich davon sehr wenig im Koalitionsvertrag. Der VBE-Landesvorsitzende: „Die neue rot-rote Landesregierung hätte jetzt die Chance gehabt, ihren Fehler von 2004, die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung aus rein fiskalischen Gründen, deutlich zu korrigieren. Das hatte Frau Oldenburg immer signalisiert. Jetzt will man erst 2026 prüfen, ob man sich das leisten könnte. Dann werden keine Lehrkräfte mehr im Schuldienst sein, die jahrelang das Lehrerpersonalkonzept mit Zwangsteilzeit mitgetragen haben. Gerade in diesen Altersgruppen wird die Enttäuschung groß sein und die Motivation, länger im Schul-dienst als absolut notwendig zu bleiben, wird einen weiteren Dämpfer bekommen.“

Die Not in den Schulen ist aus Sicht des VBE jetzt schon groß und bedarf einer schnellen Kurskorrektur. Dazu gehört eben auch die Belastungsgrenze aller in Schule Beteiligten, die schon seit Jahren kontinuierlich überschritten ist. Bauliche, sächliche aber eben vor allem personelle Voraussetzung müssen schnell geschaffen werden, um Schülerinnen und Schüler besser individuell zu fördern. So muss auch mehr Tempo beim Anschluss der Schulen und auch der Haushalte an ein schnelles Internet aufgenommen und nicht erst 2026 abgeschlossen werden. Der Rückstand bei der Umsetzung des Digitalpaktes ist schon jetzt groß.

Blanck: „Es reicht auch nicht, wenn man immer wieder von multiprofessionellen Teams spricht und diese in ein Papier schreibt, ohne klar zu formulieren, was man darunter versteht. Die Definition könnte sehr unterschiedlich sein.“ Der VBE fordert z.B. auch den Einsatz von Gesundheitsfachkräften in Schulen. Die Notwendigkeit wurde durch die Corona-Pandemie noch einmal mehr als deutlich. Ebenso erwartet der VBE den Einsatz von IT-Fachkräften zur Entlastung der Lehrkräfte in den Schulen. Aber auch für jüngere, vor allem künftige Lehrkräfte sind die Aussagen im Koalitionsvertrag nur sehr vage formuliert. Susann Meyer, Sprecherin des Jungen VBE, begrüßt zwar, dass die Lehrerbildung gründlich reformiert und praxisnäher gestaltet werden soll, sieht aber eine Verkürzung des Referendariats sehr kritisch. Meyer: „Wir benötigen gut ausgebildete Lehrkräfte in den Schulen. Dazu gehört aber auch ein gutes Referendariat, dass von Mentoren unterrichtsbegleitend unterstützt wird. Wir müssen den jungen Menschen die Lust am Lehren geben und nicht nehmen.“ Dabei wäre aus Sicht des VBE die Einführung eines Praxissemesters sehr hilfreich.

Abschließend stellt Blanck fest: „Es bleibt die Hoffnung, dass sich ein Spruch eines ehemaligen Bildungsministers bewahrheitet: Es muss nicht alles im Koalitionsvertrag stehen, was in einer Legislatur umgesetzt wird. Wenn man dies im positiven Sinne interpretiert und umsetzt, wird 2026 der Sprung vielleicht doch nicht vor dem Bett enden.
Und eine Chance, dies erfolgreich zu gestalten, hat auch die neue Landesregierung verdient.“

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